Reifensteiner Verband e.V. - Verein ehemaliger Reifensteiner

Gegründet 1897
Geschäftsstelle: Postfach 10 11 33, 31111 Hildesheim
1. Vorsitzende: Frau Ina Farwick
2. Vorsitzende: Frau Karola Paul


Biografie des Bayerischen Kochbuchs

Vom Reifensteiner Verband wurde bereits die Ausstellung "900 Jahre Miesbach / 100 Jahre Kochbuchgeschichte - Miesbach, die Wiege des Bayrischen Kochbuchs" unterstützt, die nur für einen kurzen Zeitraum, vom 13.11. bis zum 23.12.2014, zu sehen war.
Die Erstauflage des Kochbuchs erschien vor dem 1.Weltkrieg unter dem Titel "Kochbuch des Bayrischen Vereins für wirtschaftliche Frauenschulen auf dem Lande". Nun liegt bereits die 56. Auflage vor.
Die Geschichte des Kochbuchs soll nun als Buch erscheinen, das nicht nur die Geschichte des Klassikers erzählt, sondern auch die Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts.
Zur Finanzierung des Drucks wurde von Frau Dr. Frisch ein Crowdfunding-Projekt gegründet:
Unterstützerseite

Bitte unterstützen Sie den Druck des Buches.
Ina Farwick


Gedenkfeier zum 100sten Todestag unserer Gründerin, Ida von Kortzfleisch, am 07.10.2015 im Stift Obernkirchen

Ablauf der Veranstaltung:

Musik von Nico Benadie (Klavier) und Hannes Dietrich (Bassposaune)
Begrüßung Ina Farwick, 1. Vorsitzende
Grußwort Äbtissin Susanne Wöbbeking, Stift Obernkirchen
Grußwort Dr. Stefan Brüdermann, Nieders. Landesarchiv - Standort Bückeburg -
Grußwort Dr. Albrecht von Kortzfleisch, Großneffe von Ida von Kortzfleisch
Musik
Festvortrag Dr. Ortrud Wörner-Heil "Der Duft der Frauenarbeit" - Ida von Kortzfleisch (1850-1915)
Musik

Die Gründerin der Reifensteiner Schulen, Ida von Kortzfleisch (1850 bis 1915), hatte am 7. Oktober 2015 ihren 100. Todestag. Zu Ehren von Ida von Kortzfleisch trafen sich über 100 Altmaiden zu einer Gedenkfeier im Stift Obernkirchen, im Speisesaal unserer ehemaligen Schule in Obernkirchen.

Ina Farwick begrüßte um 11.00 Uhr die anwesenden Altmaiden und weitere Gäste ganz herzlich. In ihrem Grußwort stellte sie unter anderem die Frage "Was würde Ida von Kortzfleisch zur Entwicklung der Reifensteiner Schulen sagen? Haben wir dies in ihrem Sinne fortgeführt?". Äbtissin Susanne Wöbbeking vom Stift Obernkirchen begrüßte die Anwesenden ebenfalls recht herzlich in ihren Räumen des Stifts und betonte bei der Begrüßung die enge Verbundenheit ihrer Familie mit der Reifensteiner Schule in Obernkirchen. Archivdirektor Dr. Stefan Brüdermann vom Niedersächsischen Landesarchiv Bückeburg berichtete von Dokumenten und Unterlagen, die er von einigen Altmaiden zugesandt bekam mit der Frage "Wir würden diese Dinge gerne bei Ihnen den kommenden Generationen hinterlassen. Geht das?". Die Antwort lautete stets "Ja", die Fotoalben und Unterlagen zeigen sehr gut den Schulalltag in den Reifensteiner Schulen. Herr Andreas Hesse, Kammerdirektor der Klosterkammer, ließ sich aus gesundheitlichen Gründen entschuldigen. Auch Herr Sigmund Graf Adelmann, Geschäftsführer der Schaumburger Landschaft, konnte aus gesundheitlichen Gründen leider nicht kommen. Ina Farwick verlas seine schriftlich zur Verfügung gestellten Grußworte. Herr Dr. Albrecht von Kortzfleisch reiste mit seiner Frau an und brachte als Andenken an Tante Ida ein paar Familiengeschichten mit. Unter anderem berichtete er, es sei das größte Lob innerhalb der Familie: "Tante Ida wäre stolz auf dich!" Frau Dr. Ortrud Wörner-Heil hielt abschließend den Festvortrag "Der Duft der Frauenarbeit - Ida von Kortzfleisch (1850 - 1915)" und ging dabei auf das Wirken von Ida von Kortzfleisch sowie auf die Geschichte der Emanzipation ein. Der Festvortrag kann bei Ina Farwick auf Anfrage als Druckversion bestellt werden (siehe Bestellschein auf der vorletzten Seite). Die Gedenkfeier wurde musikalisch abgerundet durch verschiedene Stücke von Georg Friedrich Händel und Ernst Sachse am Klavier (Nico Benadie) und mit Bassposaune (Hannes Dietrich). Frau Farwick bedankte sich bei allen Rednern sehr herzlich und lud im Anschluss zu einem Empfang ein. Sie wies ebenfalls auf die Möglichkeit hin, die am 20. Juni 2015 eröffnete Dauerausstellung über das Leben der Reifensteiner Schulen zu besichtigen.

Es war an diesem Mittag und Nachmittag wieder ein Raunen, Reden und Lachen zu vernehmen, wie wir es von unzähligen Altmaiden-Treffen gewohnt sind. Es wurde viel über Ida von Kortzfleisch gesprochen, über das Leben in der Reifensteiner Schule in Obernkirchen und auch der anderen Schulen, über die Dauerausstellung im ehemaligen Kapitelsaal und vieles mehr. Es war eine sehr gelungene Feier zum Gedenken an unsere Gründerin. Ohne Ida von Kortzfleisch hätten wir diese Zusammengehörigkeit in dieser besonderen Art sowohl in der Vergangenheit als auch an diesem Tag nicht erleben können.

Karola Paul
Stellvertretende Vorsitzende


Eröffnung der Ausstellung Fraueschulen des Reifensteiner Verbandes und frauenOrt Agnes Freiinvon Dincklage am 20.06.2015

Ablauf der Veranstaltung:


Musik von Nico Benadie - Klavier und Hannes Dietrich - Bassposaune


Begrüßung Äbtissin Susanne Wöbbeking, Stift Obernkirchen

Grußwort Andreas Hesse, Klosterkammer Hannover

Grußwort Dr. Klaus-Henning Lemme, Vorsitzender der Schaumburger Landschaft

Grußwort Sybille Schlusche, Museumsleiterin Museum für Bergbau und Stadtgeschichte

Grußwort Ina Farwick, Vorsitzende des Reifensteiner Verbandes

Musik von Nico Benadie - Klavier und Hannes Dietrich - Bassposaune


Festvortrag Dr. Ortrud Wörner-Heil "Ein Damenstift und eine Frauenschule - kann das gut gehen?"

Überreichung der Plakette "frauenOrt" des Landesfrauenrates Niedersachsen durch die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Obernkirchen Dörte Worm-Kressin


Anschließend wurde zu einem Empfang eingeladen und die Ausstellung besichtigt.

Grußwort Ausstellungseröffnung im Stift Obernkirchen am 20.06.2015


Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Maiden und liebe Fördermitglieder,
als 1. Vorsitzende grüße Sie im Namen des Vorstandes des Reifensteiner Verbandes.
Der Reifensteiner Verband für haus- und landwirtschaftliche Frauenbildung wurde im Jahr 1897 durch Ida von Kortzfleisch mit Eröffnung der ersten "Wirtschaftlichen Frauenschule" in Nieder-Ofleiden bei Marburg gegründet. In den folgenden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts übernahm der Verband eine bis in die heutige Zeit grundlegende und Vorbild gebende Rolle bei der Gestaltung des Bildungsbereichs der ländlichen Hauswirtschaft. Er entwickelte sich zu einem der wichtigsten und größten Träger von Mädchen- und Frauenbildungsstätten in Deutschland.
Der Schulverband des Reifensteiner Verbandes umfasste im Laufe von hundert Jahren über 60 Schulen unterschiedlicher Schulträger. Darunter waren 15 Schulen, die ihm selbst gehörten. In den Wirtschaftlichen Frauenschulen wurden an die 90.000 Schülerinnen ausgebildet.
Die Ausbildungsstätten waren in einem großen geographischen Bereich angesiedelt: Er reichte vom Stift Finn im heutigen Estland bis zur Schule in Frankenthal in der Pfalz. Aber auch eine Lehrfarm in Brakwater bei Windhuk in Südwestafrika, dem heutigen Namibia, gehörte zum Schulverband.
Im Jahr 1990 wurden die beiden letzten Schulen in Wöltingerode bei Vienenburg und in Wittgenstein bei Bad Berleburg geschlossen und vom Christlichen Jugenddorfwerk Wittgenstein, unserem Erbe, übernommen. Das CJD Wittgenstein bietet Kindern und Jugendlichen Chancen und eine Zukunft. Es leistet in den ehemaligen Häusern des Reifensteiner Verbandes sehr gute pädagogische Arbeit in der schulischen und beruflichen Bildung. In der ehemaligen Schule in Wöltingerode, einem Gebäude der Klosterkammer, ist heute ein Hotel, in dem auch viel Maiden Gäste sind.
Im Reifensteiner Verband sind weltweit heute noch rund 1.250 Mitglieder. Der Verband ist seit 1990 kein Schulträger mehr, sondern ein Verein ehemaliger Schülerinnen.
Die 45 regionalen Maidentage, Zusammenschlüsse der Maiden, veranstalten auch heute noch regelmäßig Zusammenkünfte mit Vorträgen und Kulturangeboten. Weiterhin findet regelmäßig ein bundesweiter Maidentag an ehemaligen Schulstandorten statt.
Wir befassen uns auch mit aktuellen Themen: Seit Jahren setzt sich der Reifensteiner Verband für die Vermittlung der Alltagskompetenz als Schulfach an allen allgemeinbildenden Schulen ein.
Sehr gefreut habe ich mich über das Interview der Bild am Sonntag vom 07.06.2015, in dem Frau Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Wanka die Einführung des Schulfachs "Alltagswissen" fordert.
Ihnen, Frau Wöbbeking, danke ich für das Angebot die Ausstellung zur Schule Obernkirchen vom Museum für Bergbau und Stadtgeschichte Obernkirchen in das Stift Obernkirchen zu verlagern.
Die ursprüngliche Ausstellung zur Schule in Obernkirchen wurde von Herrn Rolf de Groot liebevoll konzipiert und eingerichtet und startete mit einer Sonderausstellung "70 Jahre Landfrauenschule im Stift Obernkirchen - 1901 -1970" im Jahr 1992 im Berg- und Stadtmuseum. Durch die Ausstellung wurde der Kontakt zum Staatsarchiv in Bückeburg möglich, wo heute der Bestand archiviert ist und ein Zugang zur Geschichte des Verbandes und seiner Schulen für Historiker und Interessierte gegeben ist.
Für seinen wichtigen Beitrag zur Bewahrung der Geschichte der Schule unseres Verbandes in Obernkirchen danken wir Herrn de Groot und werden ihn stets dankbar in Erinnerung behalten.
Mit der Verlagerung wurde die Ausstellung nun neu konzipiert. Sie umfasst jetzt auch die Gründung und Zielsetzung des Reifensteiner Verbandes, seine eigenen und die ihm körperschaftlich angeschlossenen Schulen und gibt auch Informationen zu unserer Gründerin Ida von Kortzfleisch, deren 100sten Todestag wir am 07.10.2015 hier im Stift Obernkirchen gedenken werden.
Ein wichtiger Schwerpunkt der Ausstellung ist weiterhin die Schule in Obernkirchen und der frauenORT zu Agnes Freiin von Dincklage, der am 14.08.2010 eröffnet wurde.
Eine weitere Ausstellung zur Schule in Reifenstein gibt es in Reifenstein im Kreis Worbis. Ich freue mich sehr, dass voraussichtlich im Herbst eine weitere Dauerausstellung zur Schule Bad Weilbach im Heimatmuseum in der Stadt Flöhrsheim am Main, in der Nähe von Wiesbaden, eröffnet wird.
Frau Dr. Wörner-Heil befasst sich in unterschiedlichen Aspekten bereits seit 20 Jahren mit der Geschichte unseres Verbandes und seiner Schulen, sie hat bereits eine Vielzahl von Publikationen herausgegeben und viele Vorträge zu unterschiedlichen Themen gehalten.
Unter uns sind heute zwei weitere Historikerinnen:
Frau Dr. Geyken, die sich mit der Geschichte der Frauen im Widerstand befasst und eine Publikation zu Freya von Moltke verfasst hat, die dem Kreisauer Kreis angehörte und Maid in der angeschlossenen Schule Löbichau von 1927 bis 1928 war. Weiterhin nimmt auch Frau Dr. Sawahn an der Veranstaltung teil. Frau Dr. Sawahn befasst sich mit der Geschichte des Landfrauenverbandes. Viele wichtige Persönlichkeiten des Landfrauenverbandes waren und sind Maid einer Reifensteiner Schule gewesen.
Sehr geehrte Damen und Herren, ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und Wünsche der Ausstellung des Museums für Bergbau und Stadtgeschichte Obernkirchen und des Stifts Obernkirchen viel Erfolg und viele interessierte Besucherinnen und Besucher.

Ina Farwick
1. Vorsitzende

Näheres zum frauenOrt des Niedersächsischen Landesfrauenrat ist unter den folgenden Links veröffentlicht.
frauenOrte Niedersachsen des Niedersächsischen Landesfrauenrates
Niedersächsischer Landesfrauenrat

Näheres zur Ausstellung siehe unter dem Link Ausstellungen.

Ausstellungseröffnung "Die Wiege des Bayerischen Kochbuchs" in Miesbach

Hundert Jahre Kochbuchgeschichte sind eine Besonderheit, die eine Würdigung mit einer sehr guten Ausstellung ihrer Entwicklung verdient. Am 13. November 2014 fand in der Wirtschaftlichen Frauenschule (jetzt Staatliches Berufsbildungs-zentrum) in Miesbach, einem repräsentativen Gebäude im Neorenaissance-Stil mit Hochbalkon im Schweizerhausstil, dem ehemaligen Direktoriumsgebäude der Oberbayerischen Bergbau AG, erbaut um 1875, die Eröffnung der Ausstellung "Die Wiege des Bayerischen Kochbuchs" statt. Die Begrüßung und Einführung gab der Schulleiter Oberstudiendirektor Martin Greifenstein. Anschließend sprach die Stellvertretende Landrätin und Bürgermeisterin von Miesbach, Frau Ingrid Pongratz. Den Festvortrag über "100 Jahre Kochbuchgeschichte" hielt Frau Dr. Regina Frisch, die die eindrucksvolle Ausstellung - mit Unterstützung durch Frau Studiendirektorin Cornelia Taube - in mühevoller Arbeit und Sammlung vieler Dokumente und verschiedener Kochbuchausgaben bis hin zu Küchengeräten zusammengestellt hat. Die Vorträge wurden musikalisch mit zünftigen bayerischen Gesängen und Instrumentenbegleitung zur Ess- und Kochthematik umrahmt, und auch sie ernteten viel Beifall. Die Gäste wurden mit einem köstlichen Büfett verwöhnt, das die Schülerinnen aus dem "Bayerischen Kochbuch" gezaubert hatten.
Die Geschichte des Bayerischen Kochbuches ist eng mit dem Reifensteiner Verband verbunden. Nachdem im 19. Jahrhundert Bildung und Erwerbstätigkeit für Töchter von Adligen und aus dem Bürgertum nicht vorgesehen war, motivierte 1902 die Frauenrechtlerin Ida von Kortzfleisch, die Gründerin des Reifensteiner Verbands, wohlhabende Münchener zur Gründung des Bayerischen Vereins für Wirtschaftliche Frauenschulen auf dem Lande. Dieser Verein organisierte bereits ab 1904 sehr erfolgreiche Wanderkochkurse, deren Wert dadurch stieg, dass die Lehrerinnen und Schülerinnen der wirtschaftlichen Frauenschule Miesbach gemeinsam ein Kochbuch zusammenstellten. Es erschien 1910 zum ersten Mal und wurde - weil es sich so gut verkaufte - stets neu aufgelegt und stieg damit zu einem sehr erfolgreichen Schulkochbuch auf. Seit ab 1931 Frau Maria Hofmann die Redaktion mit großem Einsatz und Erfolg übernahm, trägt das Lehrbuch - seit nun mehr als 80 Jahren - den Titel "Bayerisches Kochbuch". Sie hat zusammen mit Prof. Dr. med. Helmut Lydkin noch 1971 den Inhalt des Kochbuches gründlich überarbeitet. Auch im 21. Jahrhundert wird es - in der 56. Auflage - in bayerischen Hauswirtschaftsschulen als Lehrmittel eingesetzt.
Diese vielen Auflagen des "Bayerischen Kochbuches" über die Geschichte hinweg haben eine interessante Kulturgeschichte entstehen lassen, die Frau Dr. Frisch eloquent und interessant darstellte. Sie erkannte in dem Jahrhundert Kochbuchgeschichte die "Kontinuität im Wandel": Obwohl sich die Namen der Speisen und Gerichte dem politischen Einfluss gemäß geändert haben, blieben die Rezepte gleich und vor allem auch der Schriftzug des Buchtitels, den der Schriftkünstler, Bühnenbildner und Illustrator Emil Preetorius (1881-1971) geschaffen hat und der zum optischen Markenkern des "Bayerischen Kochbuchs" aufstieg. Schon bei der dritten Auflage 1916 - mitten im ersten Weltkrieg - wurden die frankophilen Speisenamen ersetzt: Aus dem Kartoffelpüree wurde der Kartoffelbrei, aus Sauce wurde Soße und das Boef à la mode mutierte zum Soßenfleisch. Im Dritten Reich wurde aus dem "Zusammengekochten Gericht" der "Eintopf" oder die "Sattess-Suppe", und alle Zutaten mussten "deutsch" sein.
Die mit sehr viel Liebe gestaltete Ausstellung wird sicherlich weiterhin viel Interesse finden.
G. Schumacher, MT München


Bild von Ida von Kortzfleisch am 31.08.2013 dem Heimatmuseum der Stadt Flöhrsheim am Main übergeben


Auszug aus dem Grußwort anläßlich der Bildübergabe
Bad Weilbach am 31.08.2013

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrter Herr Heß,
sehr geehrter Herr Dr. Blisch,
liebe Maiden,
als 1. Vorsitzende grüße ich Sie im Name des Vorstandes des Reifensteiner Verbandes.
Ida von Kortzfleisch wurde vom Geheimen Oberregierungsrat Oldenburg aus dem Landwirtschaftsministerium auf das Kurhaus in Bad Weilbach aufmerksam gemacht. Der Reifensteiner Verband kaufte das Kurhaus mit Nebengebäuden und Park mit einer Schwefel- und Natronquelle vom preußischen Domänenfiskus für 90.000 Mark. Ab 1911 startete der Schulbetrieb der Wirtschaftlichen Frauenschule Bad Weilbach.
Die Landfrauenschule wurde während des ersten Weltkrieges kurzzeitig geschlossen, Ende 1919 konnte die Schule wieder geöffnet werden. Trotz Einquartierung von Soldaten wurde der Schulbetrieb im zweiten Weltkrieg fortgeführt.
Nach Kriegsende wurden die Schulgebäude geplündert. Im Herbst 1946 begann die Schule wieder mit dem Unterricht mit meist 100 Schülerinnen. Zu Beginn der 60er Jahre wurden die wirtschaftlichen Probleme deutlich. 1968 musste der Reifensteiner Verband die Schule wegen anhaltend sinkender Schülerinnenzahl schließen und die Gebäude und die Liegenschaften verkaufen. Auf Wunsch des Hessischen Ministeriums für Land- und Forstwirtschaft wurde der Unterricht noch bis 1972, dann unter der Trägerschaft des Vereins für Landvolkbildung, weitergeführt.
Ihnen, Herr Dr. Blisch, danke ich für den heutigen Empfang und Ihre Initiative eine Dauerausstellung zur Reifensteiner Schule in Bad Weilbach einzurichten. Die Frauenschule Bad Weilbach nahm im Reigen unserer Schulen immer eine besondere Stelle ein.

Vorsitzende, Ina Farwick

Näheres zur Bildübergabe siehe unter dem Link Ausstellungen

frauenOrt zu Agnes Freiin von Dincklage - Auftaktveranstaltung am 14.08.2010


Die Maiden der ehemaligen Schule Obernkirchen, die an der Veranstaltung teilgenommen haben, mit der Tochter einer Maid und dem Leiter des Frauenchors Bückeburg.

Der frauenOrt zu Agnes Freiin von Dincklage in Obernkirchen, eine Initiative des Niedersächsischen Landesfrauenrates wurde am 14. August mit einer Auftaktveranstaltung gefeiert.
An der Veranstaltung nahmen viele Maiden teil.

Nach der Begrüßung durch Frau Äbtissin Susanne Wöbbeking, die hervorhob, dass das Stift Obernkirchen schon immer ein Frauenort gewesen sei, hielten Frau Bela Lange, Mitarbeiterin der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Schaumburg und der Bürgermeister der Stadt Obernkirchen, Herr Oliver Schäfer Grußworte.

Frau Cornelia Könneker, Vorsitzende des Landesfrauenrates stellte in ihrem Grußwort die bisherigen frauenOrte in Niedersachsen vor. Als Kreisvorsitzende des Landfrauenverbandes hob sie besonders hervor, dass diese dem Reifensteiner Verband sehr viel zu verdanken haben.


Ina Farwick, 1. Vorsitzende

Als Vorsitzende des Reifensteiner Verbandes hatte ich Gelegenheit den Reifensteiner Verband vorzustellen und auf die Bedeutung der Schule in Obernkirchen und von Agnes Freiin von Dincklage in meinem Grußwort ein zu gehen.


Frau Dr. Wörner-Heil beim Festvortrag

Der Höhepunkt der Veranstaltung war der Festvortrag von Frau Dr. Wörner-Heil, die eingehend auf das Wirken von Agnes Freiin von Dincklage und ihre Persönlichkeit einging. Der interessante Vortrag begann mit der Absetzung als Direktorin der Reifensteiner Schule und ging dann auf den Werdegang und die Persönlichkeit von Agnes Freiin von Dincklage ein. Anschließend ging Frau Dr. Wörner-Heil auf das Wirken von Agnes Freiin von Dincklage ein, die von 1918 bis 1949 als Direktorin die Wirtschaftliche Frauenschule in Obernkirchen leitete.


Dr. Ortrud Wörner-Heil und Ina Farwick


Im Kreise der Altmaiden vor dem Eingang zum Stift Obernkirchen.

Ina Farwick
1. Vorsitzende

Zeitungsartikel zum frauenOrt Agnes Freiin von Dincklage:

Herausragende Persönlichkeit - Schaumburger Nachrichten, 18.08.2010

Auf den Spuren von Tante Lilli - Schaumburger Wochenblatt - 14.08.2010

„Sie leitete königlich und diente demütig“ - Schaumburger Zeitung, 06.08.2010


20 Jahre CJD Siegen - Wittgenstein - Jubiläumsveranstaltung am 31. Juli 2010


Frau Farwick überreicht Herrn Seber das neue Buch "Adelige Frauen als Pionierinnen der Berufsausbildung" von Frau Dr. Ortrud Wörner-Heil


CJD Siegen-Wittgenstein 20 Jahre - Zeitungsartikel der Westfalenpost vom 02.08.2010.pdf

CJD Wittgenstein - Wir arbeiten mit Menschen - Zeitungsartikel der Siegener Zeitung vom 04.08.2010


Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende!
Das CJD Siegen - Wittgenstein braucht einen Reitplatz für eine tiergestützte Therapie für traumatisierte Kinder und Jugendliche.

Am 31. Juli 2010 wurde im CJD Siegen - Wittgenstein ein kleines Jubiläum begangen: vor genau 20 Jahren übergab der Reifensteiner Verband an diesem Tag seine Landfrauenschule Wittgenstein mit allen Liegenschaften an das Christliche Jugenddorfwerk Deutschlands e. V.

Klein aber fein wurde dieses Tages gedacht - die auszubildenden Jugendlichen zauberten mit herzhaften wie süßen Köstlichkeiten den festlichen Rahmen für den kleinen Kreis: neben ehemaligen derzeitigen Mitarbeitern, Schüler/innen und Auszubildenden waren anwesend der Bürgermeister von Erndtebrück, die stellvertretende Landrätin und Vertreter des Jugendamtes von Siegen, die Vorsitzende des Reifensteiner Verbandes für Ehemalige Frau Farwick und die ehemalige Vorsitzende Frau Hilger.

Herr Seber, der Leiter des Jugenddorfes Wittgenstein, begrüßte die Gäste. Nach einem Blick zurück schilderte er die heutige Situation. Der Bedarf an Einrichtungen wie dieser ist groß wie nie zuvor und wird sich absehbar noch vergrößern. Die allernächsten Pläne für die Zukunft sind ein Reitplatz für eine tiergestützte Therapie für traumatisierte Kinder und Jugendliche. Pläne, die nur aus Spendenmitteln realisiert werden können.

Der Bürgermeister, die Landrätin überbrachten ihre Grüße und Würdigung der bisherigen großen Leistungen des Jugenddorfes und waren zugleich stolz, eine solche Einrichtung an ihrem Ort zu haben. Sie versprachen jede mögliche Unterstützung.

Frau Farwick überbrachte die Grüße des Reifensteiner Verbandes für Ehemalige und erzählte die Geschichte des Verbandes. Frau Hilger berichtete als "Zeitzeugin" vom Tag der Übergabe vor 20 Jahren und von der schwierigen Zeit des Aufbaus dieser Jugendhilfeeinrichtung. Herausgestellt wurde ganz besonders auch der gemeinsame Grundgedanke von Reifensteiner Verband und CJD: eine ganzheitliche Erziehung mit christlichem Werteansatz. Es war dies der Grund, dass schon Anfang der 80er Jahre das CJD als Erbe und Nachfolger in eine neue Satzung des Reifensteiner Verbandes aufgenommen wurde. Das Jugenddorf Wittgenstein wird bis heute vom Reifensteiner Verband durch Spenden unterstützt.

Am alten Ort der Landfrauenschule ist eine Jugendhilfeeinrichtung entstanden. Unter dem Leitmotiv "Keiner darf verloren gehen" arbeiten die hochmotivierten Mitarbeiter mit dem Ziel "Jedem seine Chance". Sie begleiten die Schüler/innen und Auszubildenden und helfen die "Brücken in ein sinnvolles gesellschaftliches und selbständiges Erwerbsleben" zu bauen. In einem flotten Sketch stellten zwei Schülerinnen in 4 Stationen die Wege vor, welche im Auftrag und in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit und Unternehmen der Region in unsere Arbeitswelt führen. Das macht Mut für die Zukunft.

Im Anschluss an die kleine Vorstellung gab es eine Führung durch die verschiedenen Häuser.

Im Wiesenhaus sahen wir die Großküche, in der Koch/Köchin, Beikoch/Beiköchin sowie die Hauswirtschafterin ausgebildet werden. Sie bereiten die Mahlzeiten für die einzelnen Wohngruppen und darüberhinaus 300 Essen für Kindergärten und Grundschulen. In den Wohngruppen leben Kinder und Jugendliche, je nach Problemlagen, wie in einer Familie.

Das gibt ihnen Gemeinschaft und Geborgenheit neben der individuellen Förderung und Begleitung. Bei aller Betroffenheit, dass diese Art der Fürsorge überhaupt eine Notwendigkeit ist, sehen wir das fröhlich-freundliche kindgerechte Reich der Kleinen: hier wird gelebt, gespielt, gelärmt, getobt, gekuschelt - und der Lebensalltag geübt. da wird dem Besucher das Herz warm.

Zum Abschied gab es für jeden Gast den guten vertrauten Wittgensteiner Schokoladenkuchen - gebacken von der nun neuen Generation Auszubildender. Man möchte sie, nein, man möchte alle beglückwünschen, die an diesem Ort, im CJD Siegen - Wittgenstein,Schutz und Förderung erhalten. Und man möchte allen Mitarbeitern, die sich dieser Aufgabe widmen, von ganzem Herzen danken.

Renate Hilger



Puppenbastelkurs

Im Seminarhaus des Kinderferienhofs Keil Finden Puppenbastelkurse statt. Die Kurse leitet Frau Reinkens. In der Kursgebühr von 225,00 Euro sind die Übernachtungskosten, Vollverpflegung, Kursgebühr und Materialkosten enthalten.
Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite Puppenmachen unter individueller Anleitung.
Über eine große Anzahl von Anmeldungen freut sich
Frau Reinkens


Reifensteiner Rezepte: Rezept- und Ratgebersammlung der Wirtschaftlichen Frauenschule Reifenstein (Eichsfeld)

Vom Reifensteiner Verband hat eine Rezeptsammlung herausgegeben, nähere Angaben finden sie unter der Rubrik Reifensteiner Rezepte

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