Reifensteiner Verband e.V. - Verein ehemaliger Reifensteiner

Gegründet 1897
Geschäftsstelle: Postfach 10 11 33, 31111 Hildesheim
1. Vorsitzende: Frau Ina Farwick
2. Vorsitzende: Frau Karola Paul


Entwicklung des Maidenblattes:

Die veröffentlichten Bilder dürfen nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Vorstandes nachgearbeitet und veröffentlicht werden.

- Chronik der Veröffentlichungen aus dem Maidenblatt von 1916 bis 1950 -

Auszug aus dem Referat von Frau U. Meyer

Bis 1916 und etwas danach hatte jede größere Frauenschule (Reifenstein, Obernkirchen später auch Luisenhof, Malchow, Nordborchen "Die Maid", Miesbach und Löchichau) ein eigenes "Maidenblatt", welches meist 1/2 jährlich erschien.
Im Heft Reifenstein 1905 berichtet Frau Käthe Ehrenberg, Leiterin seit 1901 der Haushaltungsschule in Haben über die Dorfkinderbetreuung in Reifenstein mit bis zu 100 Kindern, eine soziale Aufgabe der Schule.

1911 Obernkirchen:
Die gebildeten Maiden reisten viel und berichteten darüber in der Maidenzeitung über Reisen nach England, Schottland, Schweden, Norwegen und Italien, manchmal mit Aufenthalt in Familien und Mithilfe ohne Bezahlung.
Die Koloniale Frauenschule wurde von Witzenhausen nach Bad Weilbach verlegt.

1914 Kriegsbeginn:
Euphorische Berichte von der Verabschiedung der Soldaten, Gottesdienst in Potsdam im Beisein des Kaisers, Stolz und Siegesgewissheit wird in den Artikeln deutlich.
Die Frauenschulen richten Lazarett-, Bahnhofs- und andere Hilfsdienste ein.
Organisation des Nationalen Frauendienstes (Reifensteiner Maidenzeitung 1914)
Berichte vom täglichen Leben in den Kolonien, besonders in Ostafrika

1916:
Freiwillige Hilfsdienste der Maiden und Altmaiden in Lazaretten, Feldküchen, Betreuung in sozialen Einrichtungen der verschiedensten Art.
Das erste allgemeine Maidenblatt wird herausgegeben. Man beginnt mit einer Erinnerung an Ida von Kortzfleisch, die einer allgemeinen Maidenzeitung zuerst recht zögerlich später aber wohlwollend zustimmte, die Erstausgabe jedoch nicht mehr erlebte.
Die Themen im Blatt beziehen sich in dieser Zeit auf Ernährungsfragen und Anregungen mit den kargen Mitteln der Wirtschaft auszukommen.
Kriegslehrgänge für Landwirtschafts- und Wanderlehrerinnen werden angeboten und es wird von Erfolgen berichtet. Zur Fürsorge von Familien von verwundeten und gefallenen Soldaten wird aufgerufen und die Schulen zur Beteiligung aufgefordert. Ebenso zur Kriegsspende "Frauendank", zu Geld- und Sachspenden sowie zum persönlichen Engagement von Altmaiden für Witwen und deren Kinder. Appelle an den Edelmut und die Opferbereitschaft der Frauen, Patenschaften für Bedürftige zu übernehmen.
Im Maidenblatt wird eine Stellenvermittlungsspalte eingerichtet, denn gerade auch bei den sogenannten besseren Ständen treten finanzielle Krisen auf.
In Hamburg ist die erste Generalversammlung des Verbandes deutscher Hausfrauenvereine, bei dem auch der Reifensteiner Verband Mitglied ist, es wird ausführlich berichtet. Man liest von Bestrebungen, als Pflichtfortbildung aller Mädchen eine hauswirtschaftliche Ausbildung zu fordern. Der Krieg weckt verstärkt den Wunsch an Frauenschulen zu einer Ausbildung zu kommen, obwohl Frauen mit entsprechender Vorbildung bereits zu verschiedenen Studiengängen zugelassen sind.

1917:
Die Frauen schicken eine Resolution an den Kaiser.

1918:
Auffällig sind Stellengesuche von Kriegswaisen als "Praktikantinnen". Neben dem Familienanschluss gibt es oft nur ein kleines Taschengeld.
Erstmalig liest man über Ministerialerlasse zur Ausbildung und zur Gewährung von Ausbildungsbeihilfen.
Nach dem Ende des Krieges und dem Zusammenbruch des Reiches fallen die Aufsätze auf, die die Treue zum Kaiser, die Aufforderung in der Pflichterfüllung und Verantwortung nicht nachzulassen zum Inhalt haben. Deutsch-National ist die Grundtendenz und wird stark mit den christlichen Einstellungen verbunden.

1919:
Wird die Sorge um die Schulen in Polen, Scherpingen und Maidburg ausgedrückt. Vom möglichen Verkauf von Maidburg und Umsiedlung erst nach Leubus, später nach Gnadenfrei ist zu lesen. Um Scherpingen zu erhalten wird um Spenden gebeten, die auch zahlreich fließen, doch nur kurzzeitig helfen.
Weilbach ist von den Franzosen besetzt, ebenso wurde Selikum besetzt. Die Schule Frankenthal musste später schließen, da im besetzten Gebiet zu wenig Schülerinnen kamen.
In langen Artikeln wird über die Erziehung der Jugend gesprochen, mahnend und wenig in die Zukunft gerichtet, wie wir es heute verstehen würden. Kritik an Mode, Tanz und Musik.

1920:
Der Pensionspreis beträgt für das Schuljahr 3.000 Reichsmark, durch die bald einsetzende Teuerung steigt er rasch an.
Thema sind auch Wohlfahrtspflegerinnen-Träger der Kultur, dringende Appelle, auf ausländische Waren zu verzichten, um Devisen zu sparen und den Feinden nicht die Wirtschaft zu stärken. Modern mutet daneben ein Artikel an, der über das geänderte Frauenbild berichtet. Die Kriegszeit, in der viele Frauen Männerarbeit verrichteten, der Verlust von Mann, Sohn oder Bruder zwingt die Frauen in Erwerbszweige. Die von den "Gebildeten Ständen" errichteten Schranken fallen, eine Berufstätigkeit ist nicht mehr "unter der Würde".

1922:
Die Pensionskosten steigen auf 8.400 Reichsmark + Teuerungszuschlag. Gehaltsregelungen für Lehrerinnen.
Berichte über das Ergehen der Deutschen in Polen zeigen die Missachtung eingegangener Verträge.
Die Maidenzeitung bringt viele Stellenangebote und -gesuche, oft mit genauen Wünschen, wie aus gutem Hause, evangelisch, deutschnational usw.

1923:
Die Zeit der stärksten Inflation. Das Siedlungswesen wird durch Aufrufe gefördert.
Die Schulen beteiligen sich an landwirtschaftlichen Ausstellungen und erzielen viele Preise.
Im November 1923 kostet das Maidenblatt 5 Goldpfennig, das ist bei einem Dollarstand von 630 Milliarden soviel wie 7,5 Milliarden Papiermark. Am 1. Dezember wird die Mark stabil.

1924:
Erinnerungen an 1914, Kaisergedenken, Grundsteinlegung des Tannenbergdenkmals.
Christliche und weltanschauliche Fragen werden in mehreren kontroversen Aufsätzen diskutiert.

1927:
Wird der Maidenbund gegründet, der auch nicht gleich Zustimmung erfährt.

1930:
Das Blatt bekommt das große Format.
Siedlungshilfe und freiwilliger Arbeitsdienst nehmen viel Raum ein.
In jeder Ausgabe befindet sich der "Hauswirtschaftliche Brief" mit vielen Anregungen für Küche, Haushalten, Buchbesprechungen, Volkskunst, Kindererziehung sowie Bastel-, Spiel- und Nähanleitungen.
Politische Fragen werden nicht mehr angeschnitten.

Ab 1933:
Die "Machtergreifung" findet keinen Raum, aber über Hindenburg werden ehrende Artikel veröffentlicht.

1936:
Natürlich wird über die Olympiade berichtet aus Sicht einer Maid.
Grenzlandfahrten, Schlesien, Ostpreußen, Heldengedenktag, aber wenig wird von der Teilnahme der Maiden bei politischen Veranstaltungen berichtet. Reichsjugendwettkampf, Flachsspende und ähnliches werden behandelt.
Ministerialerlasse zu Umgestaltung der Ausbildung werden veröffentlicht.

1938:
Der Maidenbund geht in Personalunion in den Reifensteiner Verband über.

1939:
Der Ausbruch des 2. Weltkrieges wird nicht erwähnt. Bis 1943 liest man öfter über sparsamen Umgang mit Lebensmitteln, Garderobe usw.
Bäuerliches Brauchtum, Trachten, alte Stadtbeschreibungen, Wetterbeobachtungen, Klima, germanische Götter sind beliebte Abhandlungen.

1943:
Im März wurde das Blatt wegen der Papierersparnis eingestellt.

1949:
Im August erscheint das 1. Maidenblatt mit Genehmigung der Besatzungsmacht. Die kleine Zeitung berichtet von dem Wiederbeginn der Schulen, dem Kampf um deren Erhalt, neue Ausbildungsrichtlinien und Erlebnisberichte der Maidenjahrgänge.
Auch wirtschaftliche Nachrichten werden speziell auf die Leser ausgerichtet.

1950:
Änderung in das "Blatt der Altmaiden".
Seitdem hat sich das Titelblatt und die Gestaltung öfters verändert.

Anmerkung:
Von 1990 bis Mai 2009 war Frau U. Meyer Redakteurin des Maidenblattes. Im Mai 2009 hat Frau W. Lücke diese Aufgabe übernommen.

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